Unter dem schönen Titel „Der Marktwert von Verbraucherinformationen“ habe ich während meiner Uni Zeit im Informatikstudium eine Hausarbeit verfasst. Hier in ging es um Gewinnspiele im Allgemeinen und Verfahren zur Verbraucheranalyse im speziellen. Informationsclusterin, Datamining, Verfahren um das Surfverhalten eines Benutzers zum Beispiel in einem Onlineshop gezielt mit zu verfolgen und aus diesen Informationen neue zusätzliche Informationen zu gewinnen.
Nun interessiert mich die Ausnutzung von online Adventskalendern, jeden Tag ein Türchen mit „Spezialangeboten“, ein wenig genauer.
Wie viel und was geben wir preis, wenn wir bei den verschiedensten Adventskalendern im Internet mitmachen?
Erste große Frage sollte sein:
Bei wem machen wir mit und wie viele Informationen hat der Anbieter bereits über uns.
Sind wir bereits Kunde zum Beispiel eines Webmail-Anbieters oder eines Onlineshops? Welche Personenbezogenen Daten von uns sind dadurch bereits beim Anbieter hinterlegt?
Sind diese Daten durch Cookies oder eine dauerhafte Anmeldung / Login auf der Webseite bereits mit unseren personenbezogenen Daten verknüpft?
Wenn ja, möchte ich dies überhaupt?
Die zweite große Frage sollte sein:
Kann ich beim Adventskalender mitmachen ohne mich irgendwo anmelden oder einloggen zu müssen?
Denn an diesem Punkt beginn bereits die erste Verknüpfung von Verbraucherverhalten mit Personenbezogenen Daten, sprich mit einem gezielten Verbraucher. IHNEN, denn hier machen sie sich erkenntlich. Weisen sich so zu sagen dem „System“ gegenüber aus und stimmen damit zu ihr browserverhalten nicht nur auf zu zeichnen, sondern auch mit ihnen in Verbindung zu setzen.
Und an diesem Punkt entstehen die ersten Zusätzlichen Informationen…
Daten wie Geschlecht, Alter, Name, Adresse und Email machen ihr Verbraucherverhalten erst richtig interessant, um es in einer großen Datenmasse mit dem Verhalten anderer Verbraucher zu vergleichen UND daraus zusätzliche Informationen zu gewinnen wie z.B.:
Das Angebot aus dem Onlineadventskalendertürchen 3 interessierte 23 männliche Verbraucher im Alter von 21-31 Jahren möglicherweise gleich deren Emailadressen dazu, damit man ihnen ein folge Werbeangebot zusenden kann.
Hoppala und ihr Browser liefert mit den im Netz allgemein üblichen http-header-informationen noch gleich weitere Informationen in den großen Datenpool…
Denn 10 dieser 23 männlichen Verbraucher im Alter von 21-31 Jahren benutzten den Mozilla Firefox Browser Version xy, 12 nutzen den neuen Google Chrome und 1er den Explorer … übrigens senden sie auch Informationen über ihren Einwahlort und Land, Sprache des Betriebssystems und manchmal sogar das vorhanden sein von anderer Software gleich mit.
Es ließe sich somit nun sogar ein Angebot für örtliche Filialen entwerfen, oder die Internetpräsenz auf Browser und Landessprache abstimmen. Dinge die alltäglich neben her ablaufen … ohne dass die meisten Leute überhaupt davon wissen.
Die dritte Frage sollte schließlich sein:
Was habe ich überhaupt vom Türchen öffnen im Onlineadventskalender?
Werde ich nett unterhalten und niemand verlangt etwas von mir? Gibt es tatsächlich eine realistische Gewinnmöglichkeit für mich?
Oder werde ich hier nur wie überall sonst clever mit Werbung zugemüllt? Mit unseriösen Versprechungen geködert und schließe womöglich irgendwelche unrechtmäßigen Abo´s oder Kaufverträge ab?
Eine Kleinigkeit für jeden Tag.
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Veröffentlicht in blöd? Sinn?, Lebensfreuden